Wilhelm Heinrich Schüßler (* 21. August 1821 in Bad Zwischenahn; † 30. März 1898 bei Oldenburg)Der Homöopath Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898) entwickelte in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts eine eigene Methode um Krankheiten zu heilen. Er setzte die Zelle und ihren Stoffwechsel als Basis für die Medizin und reduzierte die damals gängige Anzahl von mehreren hundert homöopathischen Mitteln auf 12 bzw. 11 Mineralsalzverbindungen.

12 Funktionsmittel nach Schüßler
  • Nr. 1. Calcium Fluoratum
  • Nr. 2. Calcium Phosphoricum
  • Nr. 3. Ferrum Phosphoricum
  • Nr. 4. Kalium Chloratum
  • Nr. 5. Kalium Phosphoricum
  • Nr. 6. Kalium Sulfuricum
  • Nr. 7. Magnesium Phosphoricum
  • Nr. 8. Natrium Chloratum
  • Nr. 9. Natrium Phosphoricum
  • Nr. 10. Natrium Sulfuricum
  • Nr. 11. Silicea
  • Nr. 12. Calcium Sulfuricum

Nach Schüßlers Tod wurden diese ursprünglichen Funktionsmittel um 15 Ergänzungsmittel und sehr viel später um sieben biochemische Mittel nach Joachim Broy erweitert.

Zwar werden die Schüßler Salze nach den Prinzipien der Homöopathie hergestellt, ihre Wirkungsweise im Körper ist eine andere. Die von Schüßler entwickelte Biochemie geht davon aus, dass fehlende Mineralsalze in den Körperzellen einen Mangel hervorrufen, den es auszugleichen gilt. Als Potenzen, also stark verdünnt, finden so die Mineralsalze ihren Weg durch den Verdauungskanal, über den Blutweg bis zu den einzelnen Zellen, wo sie durch die Zellwände ins Innere gelangen.

Vorsicht: Mit Schüßler Salzen allein kann jedoch der notwendige Bedarf des Körpers an Mineralsalzen nicht reguliert werden. Sie können eine gesunde Ernährung oder eine ausgewogene Lebensführung nicht ersetzen, nur unterstützen.

Über Jahrzehnte fast vergessen, erlebte Schüßlers Methode erst in den 1980er Jahren im Zuge des wachsenden Interesses an alternativen Heilmethoden eine triumphale Wiedergeburt. Neben der Homöopathie und Bach-Blütentherapie zählt sie heute zu den beliebtesten Verfahren der alternativen Heilerszene.

Anwendung und Einnahme

Laut  Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler sind viele körperliche und seelische Leiden auf einen Mangel an anorganischen Stoffen im Körper zurückzuführen. Das Anwendungsgebiet reicht von A wie Allergien bis Z wie Zahnschmerzen.

Schüßler-Salze eignen sich hervorragend, um bei kleineren Erkrankungen eine Selbstbehandlung durchzuführen. Detaillierte Anweisungen über spezielle Kuren und Einnahmen bei akuten Beschwerden findest du in der gängigen Literatur oder auf speziellen Seiten im Netz.

Wichtig: Wende eine Selbstbehandlung wirklich nur dann an, wenn du genau weißt, woran du erkrankt bist. Andernfalls wende dich bitte unbedingt erst an einen Arzt oder Heilpraktiker!

Hier findest Du ein Verzeichniss der mit diesen Salzen praktizierenden Behandler.

Am häufigsten werden  die Schüßler-Salze in Form von Tabletten (Pastillen) verabreicht, deren Grundlage aus Milchzucker (Lactose) besteht. Diese Tabletten werden in den Potenzen  D3, D6 und D12 angeboten, wobei die häufigste Potenz D6 ist. Wer keinen Milchzucker verträgt, kann die Schüßler-Salze auch als Globuli und in Tropfenform kaufen. Für die äußere Anwendung gibt es bereits Salben und Cremes mit den Wirkstoffen der Schüßler-Salze. Bei Bedarf können mit den zerriebenen Pastillen ebenfalls Wickel, Kompressen und Dampfbäder angefertigt werden.

Wichtig: Während der Kur sind Kampfer, Menthol, Pfefferminze und Kaffee tabu, da sie Substanzen enthalten die Wirkung der Schüßler-Salze beeinträchtigen.

„Heiße 7“:
  • 10 Tabletten vom Schüßler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) in eine Tasse geben.
  • Dazu wird heißes Wasser gekippt.
  • In wenigen Minuten lösen sich die Tabletten auf.
  • Achtung! Verwende zum Umrühren niemals einen Löffel aus Metall.
  • Wenn sich die Tabletten aufgelöst haben, die heiße Sieben in kleinen Schlucken trinken.

Das Salz mit der Nr. 7  (Magnesium phosphoricum) wird als besonders intensive Anwendung gerne als “Heiße Sieben” zubereitet. Sie wird unter anderem als Prophylaxe bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Hier das Rezept:

Weiterführende Links

Biochemischer Bund Deutschlands e.V.
Schüssler-Salze Liste – Alle 27 Schüßler-Salze erklärt
Schüßler Salze Verzeichnis

Literaturhinweise

Heepen, Günther H.: GU-Kompass Schüßler-Salze und Schüßler-Salze – Mineralstoffe für Ihre Gesundheit, beide bei Gräfe und Unzer Verlag, München
Tichy, Eveline / Tichy, Klaus: Das große Praxisbuch der Schüßlertherapie, Sonntag-Verlag
Schüßler, Wilhelm Heinrich: Eine abgekürzte Therapie, Verlag Weg zur Gesundheit
Haiduk,Vistara H. : Gesund und schlank mit Schüßlersalzen, Lüchow-Verlag

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