Sonne brauchen wir zum Leben, ein Zuviel bringt allerdings zahlreiche Gefahren mit sich. Zum einen steigern Sonnenstrahlen im positiven Sinne unsere Stimmung und regen mit ihrem UV-Licht auch die Produktion von Vitamin D an, welches beispielsweise für unsere Knochenstabilität wichtig ist. Zum anderen sind Sonnenbrand, Sonnenallergie oder ein Sonnestich unliebsame Begleiterscheinungen von übermäßigem und ungeschütztem Sonnengenuss. Als Menschen verfügen wir, im Gegensatz zu Tieren, von Natur aus über weniger Schutzmechanismen gegenüber der Sonneneinwirkung, wir können das aber mit einfachen Mitteln und Verhaltensmaßnahmen ausgleichen.
Sonnenbrand, Sonnenallergie oder Sonnenstich
Eine Sonnenallergie wird zumeist durch UV-A-Strahlen der Sonne verursacht, während ein Sonnenbrand
größtenteils durch UV-B-Strahlen ausgelöst wird. Wie viel Sonne du verträgst, hängt unter anderem von deinem Hauttyp ab.
Die vier Hauttypen
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Typ I – Keltischer Typ
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Typ II – Germanischer Typ
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Typ III – Mischtyp
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Typ IV – Mediterraner Typ
heller Teint, rotblondes Haar, helle Augen – Eigenschutz der Haut: drei bis zehn Minuten pro Tag – Neigt extrem zu Sonnenbrand, wird nicht braun
heller Teint, blondes Haar und helle Augen – Eigenschutz: 10 bis 20 Minuten pro Tag – Neigt zu Sonnenbrand, leichte Bräunung
mittlerer Teint, braunes Haar, helle oder dunkle Augen – Eigenschutz: 20 bis 30 Minuten täglich – manchmal Sonnenbrand, wird langsam braun
dunkler Teint, dunkelbraunes bis schwarzes Haar, dunkle Augen – Eigenschutz: 40 Minuten täglich – kaum Sonnenbrand, wird schnell braun
Bei einem Sonnenbrand bildet sich bereits nach wenigen Stunden eine starke Rötung der Haut, die sehr schmerzhaft sein kann. Bei einer Verbrennung I. Grades können die Hautpartien auch anschwellen und jucken. Bei der Verbrennung II. Grades bilden sich sogar Blasen. In diesem Fall ist es notwendig, einen Arzt aufsuchen.
Die Anzeichen einer Sonnenallergie, auch Mallorca-Akne genannt, sind stark juckende Rötungen oder rote Flecken auf der Haut, die nach Stunden oder sogar Tagen in der Sonne auftreten können. Sie können sich zu Bläschen oder Knötchen und in sehr seltenen Fällen zu Quaddeln auswachsen.
Einen Sonnenstich bekommt, wer seinen Kopf zu lange der prallen Sonne aussetzt. Die häufigsten Symptome sind Übelkeit, Fieber oder Kopfschmerzen.
Vorbeugende Maßnahmen
Vorbeugung ist beste Behandlung, deshalb halte dich möglichst im Schatten auf, vermeide die pralle Sonne. Trinke genügend Wasser, da durch das Schwitzen der Körper nicht nur Flüssigkeit sondern auch Mineralien verliert. Schütze dich durch Kleidung, Sonnencreme und Sonnenbrillen mit ausreichender UV-Abwehr. Und wenn du in Regionen fährst, wo die Lichtintensität stärker ist als bei uns, gewöhne deine Haut allmählich an die Sonne, in dem du die Haut zunächst nur kurzen Sonnenbädern aussetzt, die du schrittweise verlängern kannst.
Die größte Gefahr für Sonnenbrand besteht in der Zeit zwischen 11.00 und 15.00 Uhr, was allerdings nicht heißt, an anderen Zeiten vor Sonnenbrand sicher sein zu können. Sonnenstrahlen können auch im Schatten oder bei bewölktem Himmel auf die Hautoberfläche treffen, eincremen ist also immer ein Muss.
Nach dem Sonnenbad sind After-Sun-Produkte mit solchen Inhaltsstoffen zu empfehlen, die die Haut beruhigen und entzündungshemmend wirken, wie beispielsweise Panthenol oder Bisabolol.
Sonnenbrand Vorbeugen
- meide direkte Sonnenstrahlen (besonders zwischen 11 Und 15 Uhr)
- trinke genügend Wasser (2-3 Liter pro Tag)
- schütze dich durch Kleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille
- benutze Sonnencremes mit passendem Lichtschutzfaktor
- creme dich mind. eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad ein
- verwende im Badeurlaub wasserfeste Sonnencreme
- keine direkte Sonne für Kleinkinder (bis zu einem Jahr)
- vermeide die Einnahme von Johanniskraut und bestimmten Antibiotika
Sonnenschutz aus der Tube
Wähle ein geeignetes Sonnenschutzmittel in Creme-, Lotion- oder Sprayform, welches sowohl vor UV-B- als auch möglichst vor UV-A-Strahlen schützt, und dessen Lichtschutzfaktor deinem Hauttyp entspricht. Creme dich mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnenbad zum ersten Mal ein. Der Lichtschutzfaktor bezieht sich auf die Aufenthaltsdauer in der Sonne. Die ungeschützte Haut kann sich je nach Hauttyp (siehe Kasten) nur etwa 10 bis 30 Minuten selbst schützen. Das Sonnenbaden mit Sonnenschutzlotionen erhöht diese Zeit entsprechend des angegebenen Faktors nur einmalig. Die offizielle Definition lautet: wird ein Lichtschutzfaktor 20 benutzt, kann man bei gleicher Wirkung 20-mal so lange in der Sonne liegen wie ohne Schutz. Bei empfindlichen Menschen wären das etwas über drei Stunden.
Sonnenschutzmittel gehen durch Baden, Schwitzen oder Abtrocknen verloren und müssen immer wieder erneuert werden, damit der Sonnenschutz erhalten bleibt. Lichtschutzfaktor und damit Aufenthaltsdauer in der Sonne werden dadurch allerdings nicht gesteigert.
Wichtig: Einige Medikamente können die Empfindlichkeit gegenüber der Sonne erhöhen, achte deshalb unbedingt bei der Einnahme auf die entsprechenden Hinweise in der Packungsbeilage.
Wenn du zu Sonnenallergie neigst, verwende Sonnenschutzmittel mit hohem UVA-Schutz , zum Beispiel mit dem Lichtschutzfilter Mexoryl. Schützen können auch Sonnenschutzprodukte mit zusätzlichen Antioxidantien, wie Glycosylrutin, Vitamin E oder C.
Du kannst auch zwei Wochen vor dem Urlaub auch normale Körpercremes mit solchen Antioxidantien anwenden, da die Haut diese Schutzfaktoren speichern kann. Menschen mit sensibler Haut sollten fettfreie Gele ohne Emulgatoren wählen, da diese für die Entstehung der Mallorca-Akne verantwortlich gemacht werden.
Obwohl einige Betroffene auf Kalzium-Präparate zur Vorbeugung von Sonnenallergie schwören, ist ihre Wirkung nicht wissenschaftlich bewiesen. Besser belegt ist die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl.
Was tun bei Sonnenbrand
Wenn jedoch trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dennoch Sonnenallergie oder Sonnenbrand eingetreten sind, sind kühlende Umschläge hilfreich. Um den Juckreiz zu lindern, können Cremes oder Gele mit Wirkstoffen, wie Hydrocortison oder Dimetinden aufgetragen werden. Bei Schmerzen und leicht erhöhter Temperatur helfen Mittel, wie z.B. Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen. Sinnvoll ist, die Haut im Freien durch Kleidung solange vor der Sonne zu schützen, bis der Sonnenbrand vollständig abgeklungen ist. Die betroffenen Stellen müssen komplett abgedeckt werden. Starker Juckreiz oder Quaddeln sind Zeichen einer Allergie. Dagegen helfen antiallergische Cremes.
Bei Verbrennungen, die mehr als zehn bis fünfzehn Prozent der Hautoberfläche betreffen und Verbrennungen II. Grades sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, welcher über die weitere Behandlung entscheiden wird.
Vier kurze Tipps bei Sonnenbrand:
- leichte Hautrötungen kannst du mit einem Après-Produkt behandeln. Da es viel Wasser und wenig Fett enthält, wirkt es kühlend und beruhigend.
- bei mäßigem Sonnenbrand ohne Blasenbildung bringen kühle Duschen (ca. 25 Grad) schnell Linderung. Vorsicht bei Kindern, sie können rasch unterkühlen.
- verwende Umschläge mit einer kühlenden Creme, Quark oder Joghurt aus dem Kühlschrank. Wichtig: Ausreichend lange kühlen, also ein bis zwei Stunden.
- trinke so viel Wasser wie möglich.
Schutz von Kindern
Kinderhaut ist um vieles dünner und empfindlicher als die von Erwachsenen. Für Säuglinge ist direkte Sonneneinstrahlung tabu, aber auch Kleinkinder vertragen sie nicht und müssen deshalb besonders geschützt werden. Aber natürlich lieben Kinder es auch, viel Zeit im Freien zu verbringen. Das heißt, sie sollten auch im Sommer leichte und luftdurchlässige Kleidung tragen. So brauchen nur die freien Stellen mit einem geeigneten Sonnenschutzmittel eingecremt werden. Auch hier gilt, mindestens eine Stunde vor dem Sonnenbad auftragen und auf einen genügend hohen Sonnenschutzfaktor achten. Lotionen werden von den meisten Kindern eher akzeptiert, da sie sich in der Regel besser auftragen lassen als die etwas festeren Cremes.
Da Kleidung noch einen gewissen Anteil an Sonnenstrahlen durchlässt, besonders wenn sie bereits nass ist, werden Textilien mit integriertem Sonnenschutz angeboten. Diese erhältst du in Sport- oder Kindergeschäften sowie über den Versandhandel.
Sonnenhut und Sonnenbrille nicht vergessen! Achte beim Kauf jedoch auf eine breite Krempe, damit Gesicht und Nacken bedeckt werden. Bei Säuglingen sorgen Sonnenhüte mit Bändchen dafür, dass sie an Ort und Stelle bleiben. Und bei Sonnenbrillen unbedingt eine mit einem guten UV-Filter wählen, am besten beim Optiker, der euch berät und das Brillengestell auf euer Kind einstellt.
Besonders bei Kindern ist wichtig, die Mittagszeit (11-15 Uhr) nicht in der prallen Sonne zu verbringen. Zusätzlichen Schutz bietet ein Sonnenschirm.

